Wie wir Ideen finden

Das stimmt nicht ganz, denn meistens finden nicht wir die Idee, sondern sie findet uns. Es ist das, was die Poeten gerne als den „Göttlichen Funken“ bezeichnen. Meistens trifft er uns in Momenten, in den wir nicht mit ihm rechnen. Wir gehen durch eine Stadt, die Natur, hören einen Vortrag, ein Gespräch, sehen ein Bild, eine Ausstellung usw. und da, plötzlich durchzuckt es uns! Wir wissen genau (!) das will ich machen. Dies bedingt, dass wir mit offenen Augen (und Ohren) durch den Tag gehen.

Das Wichtigste ist: aufmerksam und nicht wertend zu betrachten und zu forschen. Durch Vorurteile und Ablenkung (leider Smartphones, auch wenn sie an anderer Stelle nützlich sind) verbauen wir uns den Inspirationsfluss.

Was hilft Ideen zu finden:

  • Museum (aller Arten)
  • Ausstellungen in Galerien/Cafés usw.
  • Graffitis
  • Litfaßsäulen (wo es sie noch gibt)
  • Plakatwände
  • Bücher über Kunst, Künstler
  • Büchereien
  • Antiquariate, Trödelläden
  • Flohmärkte
  • Recherche verschiedener Kunstrichtungen im Internet
  • Kunst/Künstlerseiten im Internet
  • Pinterest, Instagram
  • Postkarten
  • Kurse der VHS usw.
  • Wanderungen in der Natur
  • Alte Bauten (Schlösser/Abteien usw.)
  • Botanische Gärten
  • Architektur verschiedener Epochen
  • Spaziergänge durch Städte und Dörfer
  • Dokumentationen über Künstler, Museen, Orte der Kunst
  • Künstlerbiografien
  • Theater, Konzerte
  • Schule/Kunstunterricht
  • Handwerkern bei der Arbeit zu sehen

Wenn man im Netz recherchiert, muss man aufpassen nicht in der Fülle zu versacken und seine Zeit zu verschwenden, das hindert am Schaffen eigener Kunststückchen.

Bestimmt fallen euch noch mehr Orte/Gelegenheiten ein, die euch inspirieren. Ich wünsche euch viel Spaß, die verschiedenen Möglichkeiten auszuprobieren.

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Ideen notieren – Arbeitsjournal

Wichtig bei der Ideenfindung ist es, sie zu notieren! Egal ob digital oder Handschriftlich. Leider passiert es des Öfteren, dass man eine super Idee hat, denkt, ich werde sie auf keinen Fall vergessen und kurz darauf, ist sie in der Hektik des Alltags oder durch Schlaf und Traum verschwunden. Deswegen sollte man auch am Bett eine Kladde liegen haben, auf die man im Notfall schnell etwas notieren kann.

Ich empfehle die Notizen anfangs handschriftlich zu machen. Die Bewegung der Hand regt die Reaktionen im Gehirn an und „spült“ weiterführende Ideen nach oben, auch wenn heute die meisten Menschen ein Smartphone dabei haben. Es ist praktisch immer einen Block/ein Heft und Schreibzeug dabei zu haben.(Die Größe des Blocks, die Art des Stiftes ist Geschmacksache.) So hat man die Möglichkeit, neben der Idee, noch eine Skizze anzufertigen.

Das Smartphone oder ein kleiner Fotoapparat sind nützlich Details zu fotografieren und sie der Idee beizufügen. Wenn es nicht möglich ist zu fotografieren, zum Beispiel im Museum, könnte man eine Skizze machen oder schauen ob es Postkarten, Werbematerial gibt, oder nach Werken des Künstlers im Netz recherchieren.

Auch Blätter, Steine, Tannenzapfen, Muscheln, Sand, Holz, Rinde, Früchte, Blüten können uns inspirieren. Dafür kann man sich Schaukästen anlegen. Übrigens eine kleine Kunst für sich.

Man kann verschiedene Journale führen. Für Malerei, Skulpturen, Texte, Collagen, Werkstücke aus Holz, Ton, Metall, Pappe/Papier usw.

Inhalt von Arbeitsjournalen und Schaukästen:

  • Postkarten
  • Zeitungsausschnitte
  • Fotografien
  • Biografien von Künstlern
  • Skizzen
  • Verschiedene Schriften
  • Ideen(!) und seien sie noch so skurril, ungewöhnlich und verstiegen!
  • Materialproben Stoffe, Papiere, Klebeband,
  • Steine verschiedener Form, Farbe
  • Muscheln
  • Strandgut
  • Baumfrüchte (Zapfen, Kastanien, Eicheln, Hagebutten, gepresste Blätter/Blüten, Rinde,
  • Bilder aus Kunstbüchern
  • Termine von Ausstellungen usw.
  • Todo-Listen von Projekten, Künstlertreffs, Materiallisten,  was-brauche-ich, woher-kriege-ich-was, was-will-ich-unbedingt-ausprobieren usw.
  • Zeitplanung
  • Zitate
  • Kreativitätstipps
  • Ziele
  • Arbeitsprozesse – was war gut, was hat nicht funktioniert
  • Wer könnte Interesse an deiner Kunst haben und wo könntest du deine Werke ausstellen oder sie verkaufen (wenn du das möchtest).

Du darfst(!) alles aufschreiben und sammeln, was dir wichtig erscheint. In alten Journalen zu blättern gibt oft Anregungen für neue Ideen. Manches muss einfach reifen, wie ein guter Wein.