Collagen I

Das Thema einer Collage steht nicht immer gleich fest. Ich sehe ein Bild, einen Gegenstand oder habe einen Gedanken, den ich ausdrücken möchte. Doch wie ich dies ausdrücken oder verarbeiten kann, ist anfangs oft nur eine vage Vorstellung. Sie wächst von Tag zu Tag. Mit der Zeit kommen neue oder andere Stücke dazu, ich ordne die Komponenten hin und her, bis ich das Gefühl habe, so soll es aussehen. Das transportiert meine Idee am besten.

Handys oder Digitalkameras sind dabei eine große Hilfe, da man etwas legen kann, die Komposition fotografieren – eine andere Variante probieren, wieder fotografieren usw. Danach kann man sich ansehen, was passt oder wo man noch etwas verändern kann. Bei Bedarf kann man immer wieder zu einer früheren Komposition zurückkehren.

Oft dauert die Ordnung der Teile zum Endprodukt länger, als die Idee und das Fertigstellen. Manchmal sind es nur kleine Veränderungen, die das Bild spannend oder langweilig erscheinen lassen.

Ein Satz, der mir in diesem Zusammenhang gutgefallen hat:

Das Handwerk der Maler war die Komposition. Sie bemühten sich, die verschiedenen Formen harmonisch abzustimmen.

 

 

Ich bin … (kein Künstler?)

…was? Klein, groß, dick, dünn, dumm, schlau, geistreich, wütend, lustig? Lass dir niemals ein Etikett aufkleben und gib dir selbst keins. Schubladendenken blockiert. Man hat tatsächlich ein Brett vor dem Kopf. Es lässt kein rechts und kein links zu. Es zwingt uns auf einem „vorbestimmten“ Weg zu gehen. Ist das wünschenswert? Niemand ist nur Maler, Musiker, Schriftsteller, Töpfer, Bildhauer usw. „Ich bin“ suggeriert: Ich bin so und so und kann nicht anders. Es kettet uns an unsere Vergangenheit, in der wir dieses Etikett „erworben“ haben. Doch die Vergangenheit ist nicht veränderbar. Die Gegenwart schon.

Nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist es möglich, dass sich unser Gehirn, selbst in hohem Alter, neue Gewohnheiten einprägen kann. Im Umkehrschluss würde das bedeuten, ich kann sein/werden, was ich sein/werden möchte. Dazu muss man sich allerdings des schädigenden „Ich bin“ bewusstwerden, um aktiv dagegen wirken zu können.

Wir sollten uns bewusst sein, dass wir nur dieses Leben haben und nicht wissen, wann es endet. Warum wollen wir es frustriert in einer dunklen Schublade verbringen? Viel spannender und befriedigender ist es neugierig und aufmerksam durchs Leben zu gehen, sich mit Dingen zu beschäftigen, die unseren Geist in Schwingungen versetzen und uns Freude zu machen!

Galerie in der Trinkkuranlage zeigt Bertram Schüler

Nach einem sehr coolen Jazzkonzert, des Joachim Kunze Quintett im kleinen Saal der Trinkkuranlage, kam ich an der Galerie in der Trinkkuranlage vorbei. Ich warf einen neugierigen Blick durch die großen Fenster und sah bunte Masken ausgestellt. Da ich Zeit hatte, ging ich hinein, um mich inspirieren zu lassen. Die Ausstellung heißt „HinterSpiegeln“.

Einer der beiden ausstellenden Künstlern heißt Betram Schüler (der zweite Max Weinberg), ist 53 Jahre alt und in Königstein im Taunus geboren.  Seine akademische Ausbildung (Malerei und Skulptur) genoss er an der Städelschule Frankfurt. Heute arbeitet er in Frankfurt, Oldenburg, Paris. Seit 2015 ist er Dozent an der European School of Design Frankfurt.

Masken in allen Größen, Formen und Farben hingen an den Wänden oder waren auf dem Boden drapiert.

Die Masken sind aus allen Arten von Kartons und Kisten hergestellt und farbig bemalt. Sie stellen teilweise bekannt Gesichter dar. Zum Beispiel Frankensteines Monster, einen Pharao, einen Elefantenmenschen usw.

Bertram Schüler sagt: „Affen, Clowns und Narren dürfen alles! Deswegen waren sie mir schon als Kind die Liebsten. Und Fastnacht mein größtes Fest, stärker als Ostern und Weihnachten zusammen… Hinter der Maske ist das Selbst geschützt und keinem Zugriff ausgeliefert. Das sich die Erwachsenen perfekt verstellen, auch ohne sichtbare Maske, wusste ich damals noch nicht…“(Zitat aus dem Handout)

Auf jeden Fall eine spannende Ausstellung, wenn man die Masken auf sich wirken lässt. Die Herstellung ist keine Hexerei und wer mag, kann zu Hause nach dem Vorbild von Bertram Schülers Masken seine eigene Maske herstellen.

Die Ausstellung hat mich auf jeden Fall inspiriert. Eine Collage mit dem Titel „Masken“ gibt es ja schon, aber ich habe eine Idee das Thema auch als „Skulptur“ darzustellen.