Arbeitsplatz und Zeit schaffen

Ich kann erst malen, zeichnen, basteln ectr., wenn ich ein eigenes Zimmer habe.

Klar, ist es hilfreich, wenn man ein eigenes Zimmer hat und es sich so einrichten kann, wie man möchte. Leider ist der Luxus nicht allen gegeben. Doch um sich künstlerisch zu betätigen reicht am Anfang oft ein Tisch, eine Kiste (oder mehrere) für Material und Mappen, ein Regal oder ein Schrankfach, um seine Sachen aufzubewahren.

Vielleicht gibt es im Schlafzimmer, in der Wohnstube, im Flur eine Ecke, in die ein Tisch, Regal oder was immer du brauchst. Wenn nicht, sieh dich um. Gibt es Dinge auf die du verzichten kannst und die dir Platz rauben?

Hier ist die Frage, was ist dir wichtig? Außerdem löst sich im Loslassen der Dinge oft eine innere Blockade und ermöglicht es erst, den kreativen Prozess in Gang zu bringen. Es schafft nicht nur Platz in der Wohnung, sondern auch im Kopf.

Mit der Zeit ist es ähnlich. Natürlich müssen die meisten von uns arbeiten gehen. Ich auch. Es wäre super, wenn ich die meiste Zeit des Tages damit beschäftigt sein könnte, meine Ideen umzusetzen und wer weiß, vielleicht ist es ja irgendwann soweit. Bis dahin muss ich mir die Zeit zusammensuchen, im wahrsten Sinne des Wortes.

„Man gibt immer den Verhältnissen die Schuld für das, was man ist. Ich glaube nicht an die Verhältnisse. Diejenigen, die in der Welt voran kommen, gehen hin und suchen sich die Verhältnisse, die sie wollen, und wenn sie sie nicht finden können, schaffen sie sie selbst.“  G.B.Shaw

Ich stehe morgens früher auf, damit ich eine Stunde Zeit habe zu schreiben oder Details an meinen Collagen zu ergänzen. Ich schränke meinen Fernsehkonsum ein und setze mich abends an meine Projekte. Ich plane wann und wo ich Zeit für meine Ideen abzweigen kann und setze sie als feste Arbeitszeiten in meinem Kalender fest. Meine Projekte sind mir wichtig. Ich kann mir ein Leben ohne Kunst nicht vorstellen. Es macht mich glücklich zu sehen, wie meine Ideen Gestalt annehmen. Dafür schaffe ich gerne Platz und Zeit.

Noch mehr Kunst?!

Ein Aufschrei oder Begeisterung auf das, was kommt? Ich kann beide Seiten verstehen. Ich liebe Kunst in allen Formen und Farben und lasse mich gerne überraschen und inspirieren. Ich habe lange gemalt und gezeichnet, bis ich das Schreiben für mich entdeckt habe. Durch eine Reise nach Holland und einen Besuch im Mondrian Museum in Winterswijk, habe ich begonnen mich für die „modernen“ Künstler zu interessieren.

Bei meinem Besuch im Museum hatte ich Räume voll bunter Vierecke erwartet. Stattdessen wurde gezeigt, wie Mondrian und seine Freunde zu der Kunst kamen, die sie berühmt machte. Die Kunst der Reduktion, der Auflösung, Wandlung.

Mondrian selbst war von van Gogh und Rembrand begeistert. Das brachte mich auf die Idee, mit Bildern alter Meister, Mondrians Farben und Formen und Fotos, Collagen zu gestalten. Es gibt viele aufregende Künstler von denen wir lernen und die uns inspirieren können. Kunst ist ein ständiger Wandel. Das ist gut so und spannend.

Kunst kann jeder! Vielleicht jeder eine andere, doch wenn man den ersten Schritt getan hat, mag man sie nicht mehr missen. Kunst soll Spaß machen! Alles, was man aus Freude und Liebe tut, tut gut. Der Alltag ist oft grau und hektisch, ein bisschen „Farbe“ kann helfen ausgeglichener und fröhlicher zu sein.

Die Anlagen wurden uns in die Wiege gelegt. Leider werden sie auf dem Weg ins Erwachsenenleben oft verschüttet. – Das ist kindisch, dilettantisch, naiv, albern usw. – Die kritischen Stimmen sind meistens laut und deutlich zu vernehmen.

Ich wünsche mir, das wir das neugierige Kind in uns aufwecken können und Freude am Ausprobieren und Erleben von Kunst, im weitesten Sinne und mit allen Sinnen, bekommen.