Künstlertreff

Diese Idee kommt von Julia Cameron, einer „Kreativitätslehrerin“. Das Buch „Der Weg des Künstlers“ ist empfehlenswert für alle, die sich in ihrer Kreativität eingeschränkt fühlen und einen kleinen „Schubs“ für ihr Selbstbewusstsein brauchen, sich die Freiheit des Künstlers zu gestatten.

Was ist ein Künstlertreff? Eine Plauderstunde mit anderen Kreativen? In diesem Fall nicht.

Ein Künstlertreff ist eine Zeit nur für dich. Das kreative Bewusstsein, der innere Künstler will genährt werden und genau dazu dient der Künstlertreff. Es ist ein wöchentliches Zeitfenster von circa zwei Stunden (wer mag und kann darf auch länger verweilen).

Es ist deine Zeit, die gegen äußere Einflüsse verteidigt werden will und manchmal leider muss. Oft wird es uns als Egoismus ausgelegt, wenn wir uns aus Beziehung/Familie/ bei Freunden ausklinken und sagen, ich bin heute Nachmittag mal weg! Das Problem ist, wenn die anderen merken, wie happy und ausgeglichen wir wiederkommen, dass sie mitgehen wollen.

Doch dies ist nicht der Sinn der Sache! Wir führen nicht Freunde, Familie, Partner spazieren, sondern unseren inneren Künstler. Er soll verwöhnt und beachtet werden. Wir können nur kreativ sein, wenn wir uns auch einmal vom Alltag lösen können, ungestört Impulsen nachgehen, ganz in Ruhe im Hier und Jetzt sein können.

Dieses Künstlertreffen mit sich selbst, muss nicht viel kosten. Es kann ein langer Spaziergang im Park sein, ein Gang über einen Flohmarkt, der Besuch in der Stadtbibliothek, der Besuch in einem Museum (in manchen Museen gibt es Tage, an denen es günstiger oder kostenlos ist), ein Galerie-Besuch, einen Kinofilm anschauen, ein Konzert, einen Poetry-Slam…uä. (In vielen Städten gibt es kostenlose Veranstaltungen. Halte danach Ausschau.)

Aufgaben:

  1. Mach dir eine Liste und schreibe zehn Orte auf, die du für einen Künstlertreff besuchen könntest.
  2. Lege einen Zeitpunkt fest, an dem du deinen Künstlertreff durchführen kannst. Versuche ihn möglichst jede Woche einzuhalten. Rechne mit deinem inneren Schweinehund, einem „schlechten“ Gewissen und wohlmeinenden Menschen, die dich abhalten wollen. Das Ergebnis eines Künstlertreffs spricht jedoch für sich. Wer es einmal anfängt, möchte es nicht mehr missen.
  3. Nimm dir Schreibzeug mit, damit du Gedanken und Ideen festhalten kannst.
  4. Geh los, hab Spaß und genieße die Zeit!

Tipps gegen Blockierungen

  • Niemand hat seinen Senf zu deinen Ideen dazuzugeben, außer dir selbst.
  • Schütze deine Ideen vor Kritikern, auch deinem eigenen.
  • Such dir wohlwollende Gleichgesinnte.
  • Es ist nicht nötig deine Kunst zu erklären! Es sei denn, du möchtest es.
  • Gibt dir die Erlaubnis wild, verrückt und eigensinnig zu sein. Sei Pippi Langstrumpf!
  • Verfolge deine Projekte und gib nicht gleich auf, wenn es mal nicht klappt.
  • Aus Fehlern lernt man auf ganz praktische Art. (welcher Klebstoff ist gut, welche Materialien liegen dir, welche nicht, was macht dir Spaß usw)
  • Probiere Neues aus. Niemand ist nur Maler, Schriftsteller, Bildhauer, Töpfer usw.
  • Fühle die Materialien.
  • Sei offen und aufmerksam.
  • Manche Dinge brauchen Zeit zum Reifen.
  • Halte dich an Regeln.
  • Brich die Regeln.
  • Verkrampfe nicht, wenn es gerade nicht läuft!

Du könntest zum Beispiel das tun:

  • gehe spazieren, konzentriere dich auf die Natur, den Wind, die Sonne, das Zwitschern der Vögel…
  • geh ins Kino
  • schau dir einen Film an
  • triff dich mit Freunden
  • geh in ein Cafe
  • setz dich in deinem Lieblingsmuseum vor dein Lieblingsexponat und betrachte es ausführlich
  • blättere in Büchern
  • lies etwas
  • iss Schokolade *g*
  • höre Musik (das geht immer)
  • schlaf darüber
  • tue etwas Profanes, wie putzen, Schrank aussortieren usw.