Mondrian und ich

Quadratisch, praktisch, bunt. So sah das Bild von Mondrians Kunst in meinem Kopf aus, bevor ich das Museum Villa Mondrian in Winterswijk besuchte. Nichts gegen bunte Quadrate, aber Kunst? Nicht gerade mein Ding. Andererseits haben wir an der Uni im Seminar Ethnologie gelernt: offen sein, sehen, prüfen – dann Meinung bilden. Also ab ins Museum und Augen auf.

Da ich alleine unterwegs war, ließ ich mir einen Audioguide geben, sonst nicht so mein Ding (*g*) und betrat den ersten Ausstellungsraum. Statt bunter Quadrate war Mondrians Frühwerk zu sehen. „Alte Meister“ und wunderschön. Der weitere Verlauf zeigte seine Entwicklung, außerdem gab es Gemälde seiner Künstlerkollegen zu sehen, mit denen er die Gruppe „De Stijl“ gründete.

Der Audioguide war nicht nur im Hinblick auf Piet Mondrians Werk/Arbeitsweise interessant, sondern auch  was sein Privatleben, Vorlieben, Kindheit, Familie usw. betrifft. Es wurde erklärt, was der Grund für die Hinwendung zur Abstraktion war, dass die Auflösung der Formen zur Folge hatte.

Die Ausstellung faszinierte mich. Piet Mondrian, nicht nur als Maler, sondern auch als Mensch. Er bewunderte Rembrand und Van Gogh. Zwei „alte Meister“, die ich auch sehr spannend finde – was ihr Handwerk und ihre Persönlichkeit betrifft. Manchmal liegen Genie und Wahnsinn dicht beeinander.

Was mein Interesse für einen Künstler angeht, transportiert sich das nie nur über seine Kunst, sondern immer auch über seine Persönlichkeit. Ich kann den Künstler nicht von seiner Kunst trennen, weil ich weiß, dass die Kunst aus der Persönlichkeit heraus entsteht. Natürlich kann Kunst auch Berechnung sein, um Geld zu verdienen oder zu provozieren, aber die wahren Künstler tun, was sie tun müssen, nicht was der Markt erwartet.

Mondrian hat mich zu meinen Collagen inspiriert. Alte Meister, Mondrians Farben und Formen verbinden sich zu etwas Neuem und entwickeln sich weiter. Piet Mondrian ist das beste Beispiel dafür, wie Kunst in Bewegung geraten und sich verändern kann.

 

Mondrian & die alten Meister I

Nach meinem Besuch in der Villa Mondrian in Winterswijk, habe ich mich zu Hause an mein eigenes kleines Kunstprojekt herangewagt. Es hat mich fasziniert, wie sich Piet Mondrian vom kopieren alter Meister, den Studien an der Akademie zu einem Maler wandelte, der die abstrakte Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts entscheidend beeinflusste. Dabei bewunderte er Vincent van Gogh und war beeindruckt von Picasso und George Braque.

Piet Mondrian, sein Leben und seine Gedanken bezüglich der Malerei, der Auflösung der Formen hat mich fasziniert und inspiriert. Die Reihe der vier folgenden Bilder sind eine kleine Hommage an Mondrian, in Verbindung mit meiner Vorliebe der alten Meister, die auch Mondrian schätze. Darunter Rembrand. Es hat viel Spaß gemacht diese Bilder zu entwerfen und sich an die Sujets heranzutasten.

  1. Mondrian & van Gogh

2. Mondrian & Rembrand

3. Metamorphosen

4. Hilfestellung